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Blühendes Jakobskreuzkraut mit gelben Blüten auf einer Pferdeweide Mit KI erstellt
  • Joachim Sieben
  • Pferd

Giftpflanzen auf der Pferdeweide erkennen und bekämpfen

Während der Weidezeit stehen regelmäßige Giftpflanzen-Kontrollen der Koppeln auf dem Programm. Was für den Menschen nach Blumenwiese aussieht, kann für Pferde lebensgefährlich sein. Denn längst nicht alle Pflanzen, die auf einer Weide wachsen, sind ungefährlich – im Gegenteil: Einige der häufigsten Wiesenkräuter zählen zu den gefährlichsten Giftpflanzen überhaupt. Diese typischen Giftpflanzen sollte daher jeder Pferdebesitzer kennen und erkennen können.

Jakobskreuzkraut – die unterschätzte Gefahr

Die aktuell wohl bekannteste Giftpflanze ist das Jakobskreuzkraut (syn. Jakobs-Greiskraut). Seine Giftwirkung beruht auf sogenannten Pyrrolizidinalkaloiden, die sich in der Leber anreichern und tödliche Leberschädigungen verursachen. Das Tückische daran: Neben einer akuten Vergiftung können schon wenige Pflanzenteile, über einen längeren Zeitraum aufgenommen, schwere Symptome auslösen. Die Alkaloide werden nicht wieder abgebaut, sondern summieren sich – bis die Leber irreparabel geschädigt ist.

Pferde fressen die bitter schmeckende Pflanze auf der Weide zwar selten frisch, allerdings sollte man sich nicht darauf verlassen. Gerade bei kahlgefressenen oder überweideten Koppeln, auf denen kaum noch schmackhaftes Gras wächst, greifen Pferde notgedrungen auch zu Giftpflanzen. Besonders gefährlich wird es im Heu: Dort verliert das Jakobskreuzkraut seinen bitteren Geschmack, aber nicht seine Giftigkeit. Das Pferd frisst es dann ahnungslos mit – oft über Monate hinweg unbemerkt.

Junge Pflanzen kann man an ihren rosettenförmig angeordneten, dicht am Boden sitzenden, gebuchteten Blättern erkennen. Sie sollten bereits in diesem Stadium bekämpft werden, spätestens aber bevor im Sommer die charakteristischen gelben Blüten erscheinen und die Pflanze ihre Samen bildet, die sich mit dem Wind weiter verbreiten. Zum Entfernen tragen Sie unbedingt Handschuhe – auch über die Haut können die Alkaloide aufgenommen werden. Ziehen Sie die Pflanze samt Wurzel aus dem Boden und entsorgen Sie sie über den Restmüll, niemals über den Kompost.

Weitere typische Giftpflanzen auf der Weide

Neben dem Jakobskreuzkraut gibt es zahlreiche weitere Pflanzen, die Pferden gefährlich werden können. Ein geschultes Auge hilft, sie frühzeitig zu erkennen:

Herbstzeitlose: Diese hübsche, krokusähnliche Pflanze mit rosa-violetten Blüten enthält das hochgiftige Colchicin. Schon geringe Mengen können tödlich sein. Sie wächst bevorzugt auf feuchten Wiesen und ist – wie das Jakobskreuzkraut – auch im getrockneten Zustand im Heu giftig. Vergiftungserscheinungen zeigen sich oft erst nach Stunden.

Adlerfarn: Vor allem an Waldrändern und auf mageren Böden verbreitet, enthält der Adlerfarn Stoffe, die das lebenswichtige Vitamin B1 zerstören. Eine chronische Aufnahme führt zu neurologischen Störungen.

Eiben: Der Eibenbaum zählt zu den giftigsten Gehölzen überhaupt. Bereits wenige Gramm der Nadeln können ein Pferd innerhalb kurzer Zeit töten. Achten Sie besonders auf Hecken und Ziersträucher am Rand von Weiden und Reitanlagen.

Robinie und Eiche: Rinde, Blätter und vor allem die Eicheln der Eiche enthalten Gerbstoffe, die zu schweren Vergiftungen führen können. Im Herbst, wenn die Eicheln auf die Weide fallen, ist besondere Vorsicht geboten.

Fingerhut, Hahnenfuß und Sumpf-Schachtelhalm: Auch diese heimischen Pflanzen sind giftig. Der Scharfe Hahnenfuß etwa reizt Schleimhäute und Haut, wird frisch jedoch meist gemieden – im Heu verliert er allerdings seine Schärfe.

Symptome einer Vergiftung erkennen

Eine Vergiftung äußert sich je nach Pflanze und Menge sehr unterschiedlich. Zu den häufigsten Anzeichen zählen Appetitlosigkeit, Koliksymptome, Durchfall, Speicheln, Zittern, Bewegungsstörungen, Apathie oder auffälliges Verhalten. Bei einer Leberschädigung durch Jakobskreuzkraut treten die Symptome oft schleichend auf: Das Pferd wirkt matt, verliert an Gewicht und zeigt manchmal eine Gelbfärbung der Schleimhäute oder Lichtempfindlichkeit.

Der Haken: Wenn deutliche Symptome auftreten, ist die Leber oft schon stark geschädigt. Deshalb ist Vorbeugung das A und O. Sollten Sie den Verdacht einer Vergiftung haben, zögern Sie nicht und rufen Sie sofort den Tierarzt. Notieren Sie möglichst, welche Pflanze das Pferd gefressen haben könnte – das erleichtert die Behandlung enorm.

So schützen Sie Ihr Pferd

Der wirksamste Schutz ist ein gutes Weidemanagement. Beachten Sie folgende Punkte:

Regelmäßige Kontrolle: Gehen Sie die Koppel während der Weidesaison regelmäßig ab und entfernen Sie Giftpflanzen konsequent samt Wurzel. Besonders nach dem Winter und im Frühjahr lohnt sich der genaue Blick auf junge Rosetten.

Gute Grasnarbe pflegen: Eine dichte, gesunde Weide bietet Giftpflanzen weniger Raum zum Wachsen. Überweidung und kahle Stellen fördern hingegen die Ausbreitung von Unkräutern.

Nicht überweiden: Sorgen Sie stets für ausreichend gutes Futter. Ein hungriges Pferd frisst eher Pflanzen, die es sonst meiden würde.

Heuqualität prüfen: Achten Sie beim Zukauf von Heu und Heulage auf einwandfreie Qualität aus vertrauenswürdiger Herkunft. Getrocknete Giftpflanzen sind im Heu kaum noch am Geschmack zu erkennen.

Nachbarflächen im Blick behalten: Giftpflanzen wie das Jakobskreuzkraut verbreiten ihre Samen mit dem Wind. Ein Blick auf angrenzende Brachflächen und Straßenränder hilft, die Quelle einzudämmen.

Fazit

Giftpflanzen auf der Pferdeweide sind eine ernstzunehmende Gefahr, die man mit Wissen und Aufmerksamkeit gut in den Griff bekommt. Wer seine Koppel kennt, regelmäßig kontrolliert und Giftpflanzen wie das Jakobskreuzkraut frühzeitig entfernt, schützt sein Pferd zuverlässig vor schwerwiegenden Vergiftungen. Nehmen Sie sich die Zeit für den regelmäßigen Kontrollgang – Ihr Pferd wird es Ihnen mit Gesundheit danken. Im Zweifel gilt: Lieber eine Pflanze zu viel entfernen als eine zu wenig.

Wer seine Weide kennt, schützt sein Pferd – manchmal entscheidet ein einziger Kontrollgang über Leben und Tod.

Warum die regelmäßige Koppelkontrolle Leben retten kann

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