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Kleiner Hund sitzt sicher angeschnallt in einer Transportbox im Kofferraum eines Autos
  • Joachim Sieben
  • Hund

Sicher mit Hund im Auto: Die wichtigsten Tipps für die Autofahrt

Viele Hundehalter kennen die Situation: Der Vierbeiner soll mit ins Auto, sei es zum Tierarzt, zum Spaziergang im Wald oder in den Familienurlaub. Gerade kleine Hunde werden dabei gerne in einer vermeintlich gemütlichen Nische verstaut – auf der Hutablage, im Fußraum oder unter dem Sitz. Was als liebevolle Geste gedacht ist, kann im Ernstfall fatale Folgen haben. Denn ein ungesicherter Hund stellt nicht nur eine Gefahr für sich selbst dar, sondern auch für alle anderen Insassen.

Warum ein ungesicherter Hund zum Geschoss wird

Die Physik kennt keine Gnade: Bei einem Aufprall mit nur 50 km/h entwickelt selbst ein kleiner Hund von fünf Kilogramm das Vielfache seines Körpergewichts an Aufprallkraft. Aus den fünf Kilogramm werden dann schnell über 100 Kilogramm, die ungebremst durch den Innenraum fliegen. Ein solches "Geschoss" kann den Fahrer, Beifahrer oder andere Mitfahrer schwer verletzen – und der Hund selbst überlebt einen derartigen Aufprall in den seltensten Fällen unverletzt.

Besonders trügerisch ist der Gedanke, dass kleine Hunde aufgrund ihrer geringen Größe weniger gefährdet seien. Das Gegenteil ist der Fall: Gerade weil sie so leicht sind und gerne in ungeschützten Bereichen wie der Hutablage liegen, werden sie bei einem Unfall besonders weit geschleudert. Auch der Fußraum oder die Bereiche unter den Sitzen bieten keinen ausreichenden Schutz – im Gegenteil, der Hund kann eingeklemmt werden oder bei einer Vollbremsung nach vorne katapultiert werden.

Die rechtliche Lage: Tiere als Ladung

Was viele nicht wissen: Nach der Straßenverkehrsordnung gelten Tiere im Auto rechtlich als "Ladung". Diese muss laut § 22 StVO so verstaut und gesichert sein, dass sie selbst bei einer Vollbremsung oder einem plötzlichen Ausweichmanöver nicht verrutschen, herabfallen oder umherfliegen kann. Wer seinen Hund nicht ordnungsgemäß sichert, riskiert ein Bußgeld und sogar Punkte in Flensburg. Im Falle eines Unfalls kann zudem die Versicherung die Leistung kürzen, wenn grobe Fahrlässigkeit vorliegt.

Diese Sicherungsmöglichkeiten gibt es

Glücklicherweise gibt es mehrere bewährte Methoden, um den Hund im Auto sicher zu transportieren. Welche die beste ist, hängt von der Größe des Hundes und dem Fahrzeugtyp ab.

Die Transportbox: Für kleine und mittelgroße Hunde gilt die stabile Transportbox als sicherste Variante. Sie sollte aus festem Material bestehen und im Kofferraum quer zur Fahrtrichtung verstaut werden. Die Box gibt dem Hund Schutz, verhindert ein Umherfliegen und vermittelt vielen Tieren zudem ein Gefühl von Geborgenheit. Wichtig ist, dass die Box stabil verankert ist und nicht verrutschen kann.

Das Trenngitter oder Trennnetz: Bei größeren Hunden, die im Kofferraum transportiert werden, sorgt ein stabiles Trenngitter dafür, dass der Hund bei einem Aufprall nicht in den Fahrgastraum geschleudert wird. Allerdings schützt das Gitter den Hund selbst nicht vor Verletzungen im Kofferraum – die Kombination mit einer Box oder einem Gurt ist daher ideal.

Der Sicherheitsgurt für Hunde: Für die Rückbank gibt es spezielle Hundegeschirre, die mit dem regulären Sicherheitsgurt verbunden werden. Wichtig ist hierbei, dass es sich um ein crashgetestetes Geschirr handelt und nicht um ein einfaches Halsband – bei einem Aufprall würde ein Halsband zu schweren Verletzungen am Hals führen. Das Geschirr sollte breit gepolstert sein und gut sitzen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Nicht jedes Produkt hält, was es verspricht. Achten Sie beim Kauf von Transportboxen, Geschirren oder Gittern auf Crashtest-Zertifizierungen. Renommierte Hersteller lassen ihre Produkte durch unabhängige Institute testen. Investieren Sie hier lieber etwas mehr Geld – im Ernstfall kann es das Leben Ihres Hundes retten. Billigprodukte ohne Prüfsiegel versagen bei einem Aufprall oft schon bei geringen Geschwindigkeiten.

Weitere Tipps für die sichere und entspannte Autofahrt

Neben der richtigen Sicherung gibt es einige weitere Punkte, die für eine angenehme Fahrt sorgen:

Gewöhnung von klein auf: Gewöhnen Sie Ihren Hund frühzeitig und in kleinen Schritten an das Autofahren. Beginnen Sie mit kurzen Strecken und steigern Sie die Dauer langsam. So vermeiden Sie Stress und Reiseübelkeit.

Kein Futter direkt vor der Fahrt: Füttern Sie Ihren Hund nicht unmittelbar vor einer längeren Fahrt. Eine leere bis halbvolle Verdauung beugt Übelkeit vor. Etwa zwei bis drei Stunden vor Fahrtantritt sollte die letzte Mahlzeit erfolgen.

Regelmäßige Pausen: Bei längeren Fahrten sind regelmäßige Pausen wichtig. Alle zwei Stunden sollten Sie anhalten, damit Ihr Hund sich lösen, etwas trinken und sich bewegen kann. Führen Sie ihn dabei stets an der Leine, gerade auf Rastplätzen an viel befahrenen Straßen.

Niemals im heißen Auto zurücklassen: Dieser Punkt kann nicht oft genug betont werden. Bereits bei moderaten Außentemperaturen heizt sich ein Fahrzeug innerhalb weniger Minuten lebensgefährlich auf. Lassen Sie Ihren Hund niemals allein im Auto zurück – auch nicht für "nur fünf Minuten".

Frischluft und Wasser: Sorgen Sie für ausreichende Belüftung und stellen Sie immer frisches Wasser bereit. Vermeiden Sie jedoch Zugluft durch komplett geöffnete Fenster, da diese zu Bindehaut- oder Ohrenentzündungen führen kann.

Fazit: Sicherheit geht vor

Die gemütliche Nische auf der Hutablage oder im Fußraum mag liebevoll gemeint sein, doch sie bietet keinen Schutz. Ein ungesicherter Hund gefährdet bei einer Vollbremsung oder einem Unfall sich selbst und alle Mitfahrenden. Mit einer crashgetesteten Transportbox, einem stabilen Trenngitter oder einem passenden Sicherheitsgeschirr sorgen Sie dafür, dass jede Fahrt sicher verläuft. Investieren Sie in hochwertige Ausstattung und gewöhnen Sie Ihren Hund Schritt für Schritt an das Autofahren. So wird die gemeinsame Reise für Mensch und Tier zu einem entspannten Erlebnis – ganz ohne unnötige Risiken.

Wer seinen Hund liebt, sichert ihn – nicht erst, wenn es zu spät ist.

Warum ein ungesicherter Hund im Auto zur Gefahr für alle wird

Eine Vollbremsung genügt, um aus dem treuen Begleiter ein gefährliches Geschoss zu machen. Mit der richtigen Sicherung schützen Sie Ihren Hund – und sich selbst.

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