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Kleines Mädchen mit Reithelm putzt liebevoll ein Pony auf dem Reiterhof
  • Joachim Sieben
  • Pferd

Kids und Ponys – der Traum aller kleinen Mädchen sicher erleben

Der Traum aller kleinen Mädchen ist das eigene Pony. Der Urlaub auf dem Ponyhof zählt zu den schönsten Kindheitserinnerungen. Cowboy- und Indianerspiele gehören zu den Highlights in jungen Tagen und unvergessen bleibt der erste Galopp am Strand oder übers Stoppelfeld. Dabei wird eine Tatsache leider oftmals verdrängt, die immer wieder von der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie in den Fokus gerückt wird: Der mangelnde Unfallschutz im Pferdesport.

Das Ungleichgewicht der Kräfte

Das Ungleichgewicht der Kräfte zwischen Pferd und Mensch ist ein Gefahrenpotential, das bei aller Begeisterung für den Pferdesport nicht außer Acht gelassen werden darf. Auch deutlich kleinere Ponys können Kräfte entfalten, denen nicht einmal ein Erwachsener etwas entgegensetzen kann – geschweige denn Kinder. Hinzu kommt, dass Pferde nun einmal Fluchttiere sind, sich erschrecken und instinktiv verhalten können. Ein raschelndes Blatt, eine flatternde Plane oder ein plötzliches Geräusch – und schon reagiert das Tier mit einem Sprung zur Seite. Umso wichtiger ist es, dass Kinder von Anfang an das richtige Verhalten beim Pferd erlernen und den Reitsport niemals ohne die entsprechende Sicherheitskleidung ausüben.

Was die Statistik zeigt

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2014 (Schicho A., Einwag D., Gebhard F., Riepl C.: Schwerverletzte durch Unfälle im Reitsport; Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, 2014) ergab, dass bei Unfällen im Pferdesport vor allem der Sturz vom Pferd ursächlich für Verletzungen ist. Dies kann aufgrund der Schadenmeldungen bei den Uelzener Versicherungen ebenfalls bestätigt werden.

Die BAG (Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V.) hat anlässlich des Kindersicherheitstags Daten und Fakten zusammengetragen und dabei herausgefunden, dass die Statistik der Verletzungen durch Unfälle mit Tieren in der Altersgruppe der fünf- bis neunjährigen Kinder durch Pferdeunfälle angeführt wird. Das mag zunächst überraschen, verdeutlicht aber, wie ernst das Thema Sicherheit im Kinderreitsport genommen werden muss.

Richtiges Verhalten von Anfang an lernen

Um die Gefahren zu minimieren, müssen Kinder verinnerlichen, wie sie sich den Pferden nähern. Sie sollten die Mimik deuten können, wissen, wo man steht und geht, wohin mit dem eigenen Körper beim Führen, beim Hufe-Auskratzen und beim Putzen. Niemals den Strick um die Hand wickeln, nicht neben die Hufe setzen, die Pferde immer ansprechen, bevor man sich ihnen von hinten nähert – die Liste der Verhaltensmaßregeln ist schier endlos.

Dennoch haben Kinder die Chance, durch gute Ausbildung echte Sicherheit zu erlangen. Werden sie konsequent begleitet und ist auch die Ausbildung des Pferdes umsichtig geschehen, so ist das Risiko deutlich minimiert. Ein ruhiges, gut erzogenes Schulpferd oder Pony, das den Umgang mit Kindern gewohnt ist, bildet die beste Grundlage. Eltern sollten deshalb bei der Wahl der Reitschule genau hinschauen: Wie werden die Kinder betreut? Wie ausgebildet sind die Ponys? Und werden die Sicherheitsregeln konsequent eingefordert?

Die richtige Ausrüstung schützt

Ein ganz wichtiger Aspekt ist die passende Ausrüstung. Es beginnt damit, dass Reiter grundsätzlich einen modernen Helm tragen sollten, der so optimal wie möglich vor Schädelverletzungen schützt. Der Helm sollte den aktuellen Sicherheitsnormen entsprechen und regelmäßig auf seinen Zustand überprüft werden – nach einem Sturz ist er unbedingt auszutauschen.

Dazu kommt eine Schutzweste, die inzwischen überall im Reitsporthandel für die verschiedensten Ansprüche angeboten wird, denn auch die Häufigkeit von Thorax- oder Wirbelverletzungen ist hoch. Gerade bei Kindern ist eine gut sitzende Sicherheitsweste eine sinnvolle Investition.

Nicht zuletzt ist besonderes Augenmerk auf das Schuhwerk zu legen. Schuhe dürfen keine groben Profilsohlen haben, um zu vermeiden, dass der Reiter bei einem eventuellen Sturz vom Pferd im Bügel hängen bleibt. Sie müssen aber auf jeden Fall robust sein, damit sie so gut wie möglich schützen, wenn die Zehen einmal unter den Pferde- oder Ponyhuf geraten. Ein absolutes Verbot gilt für Sandalen oder Flip-Flops im Pferdestall – im Stall gehören stets geschlossene, feste Schuhe an die Füße.

Gepflegte Ausrüstung des Ponys

Die Ausrüstung des Ponys beziehungsweise Pferdes muss ebenfalls passend und vor allem gepflegt sein. Leder wird bei mangelnder Pflege brüchig – was im Falle von Trensen, Zügeln, Sattelgurten und Steigbügelriemen fatale Folgen haben kann. Reißt ein Riemen im ungünstigsten Moment, ist ein Unfall kaum noch abzuwenden. Deshalb sollte die regelmäßige Kontrolle und Pflege des Zaumzeugs und des Sattelzeugs zur festen Routine gehören – und Kinder können hier spielerisch lernen, Verantwortung für ihr Pony zu übernehmen.

Zusätzlicher Unfallschutz für Reiter und Pferdekids

Als Spezialversicherer im Reitsport bieten die Uelzener Versicherungen als eines der wenigen Unternehmen am Markt einen besonderen Unfallschutz für Reiter und Pferdekids. Hierbei kann der Versicherungsnehmer entscheiden, ob die Unfallversicherung nur für ihn selbst gilt und dann bei einem Unfall – egal mit welchem Pferd – zusätzliche Sicherheit gibt, oder ob die Versicherung zu einem bestimmten Pferd gehört und so jeder Reiter dieses Pferdes eine Zusatzversicherung hat. Die Beiträge für diesen zusätzlichen Unfallschutz sind gering, und er kann Reitern als Ergänzung zu der ohnehin notwendigen Unfallversicherung nur ans Herz gelegt werden.

Fazit

Reiten ist der schönste Sport der Welt – und für viele Kinder wird der Traum vom eigenen Pony zum prägenden Erlebnis ihrer Kindheit. Damit dieser Sport ein Leben lang Freude bereitet, sollten die Sicherheitsaspekte bereits von frühester Jugend an beachtet werden. Eine gute Ausbildung, die richtige Ausrüstung, konsequente Begleitung durch Erwachsene und ein solider Versicherungsschutz bilden zusammen das Fundament, auf dem sich Kinder sicher und mit Begeisterung dem Pferdesport widmen können.

Reiten lernt man nicht nur mit den Händen, sondern mit dem Herzen – und mit dem nötigen Respekt vor dem Tier.

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